Was ist Trageerschöpfung beim Pferd?
Der Begriff Trageerschöpfung wird häufig verwendet, wenn ein Pferd seinen Brustkorb zwischen den Schulterblättern nicht ausreichend stabilisieren und anheben kann.
Das Pferd kann dann beispielsweise im Bereich des Widerrists abgesunken wirken, stark auf der Vorhand laufen oder Schwierigkeiten haben, den Rücken tragfähig einzusetzen. Auch ein nach unten gedrückter Brustkorb, wenig Schulterfreiheit oder eine instabile Körperhaltung können auffallen.
Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Möglich sind unter anderem längere Trainingspausen, ein unpassender Trainingsaufbau, fehlende Rumpfstabilität, Schmerzen, körperliche Einschränkungen oder eine dauerhaft ungünstige Bewegungshaltung.
Welche Übungen können unterstützend eingesetzt werden?
Durch kleine und ruhige Gewichtsverlagerungen lernt dein Pferd, seinen Körper bewusster auszubalancieren. Die Bewegung sollte nur leicht ausgelöst und nicht durch starkes Drücken oder Ziehen erzwungen werden.
Wenige gerade Rückwärtsschritte können die Koordination von Hinterhand, Rumpf und Bauchmuskulatur fördern. Beende die Übung, bevor das Pferd schief tritt, sich festmacht oder den Rücken wegdrückt.
Diese Übungen verbessern die Körperkontrolle und das Verständnis für deine Hilfen. Dein Pferd lernt, einzelne Körperbereiche bewusster zu bewegen, ohne den gesamten Körper unkontrolliert zu verlagern.
Einzelne Stangen im Schritt fördern Aufmerksamkeit, Beweglichkeit und Koordination. Das langsame Tempo gibt deinem Pferd Zeit, seine Beine bewusst zu setzen und seinen Rumpf besser zu stabilisieren.
Ruhiges Anhalten und erneutes Antreten fördern Aufmerksamkeit und Balance. Das Pferd sollte nicht nach vorne ziehen, sondern kontrolliert und möglichst gerade auf die Hilfe reagieren.
Große Bögen und weiche Richtungswechsel fördern Beweglichkeit und Balance, ohne das Pferd durch enge Wendungen unnötig zu belasten. Beginne mit wenigen, gut vorbereiteten Linien.